04 - Der Blick in die Zauberkugel
Shownotes
Recruiting wird oft als Prozess beschrieben. Andreas Gegenfurtner sieht es als Beziehung.
In dieser Folge von Hire & Higher spricht Anna Steinhagen mit Andreas Gegenfurtner (Talent Acquisition & Personalmarketing bei Würth Elektronik) über Recruiting, das wirklich beim Menschen beginnt.
Andreas kommt ursprünglich aus der Gastronomie, hat Teams geführt und sich bewusst für den Wechsel ins Recruiting entschieden. Heute steht er für einen klaren Ansatz: Candidate First – mit ehrlicher Kommunikation, echten Gesprächen und Prozessen, die zu Menschen passen und nicht nur zu KPIs.
Gemeinsam schauen wir auch nach vorn: Welche Recruiting-Trends sind wirklich relevant – und welche eher Hype?
In dieser Folge erfährst du:
- wie Candidate Experience in der Praxis wirklich gelebt werden kann
- warum Qualität und Beziehung im Recruiting entscheidende Erfolgsfaktoren sind
- weshalb ein erstes Gespräch auch mehr Zeit brauchen darf, um wirklich zu verstehen
- welche Recruiting-Trends und Tools bleiben – und was vermutlich wieder verschwindet
- wie sich technologie- und innovationsgetriebene Unternehmen heute für die Talente von morgen aufstellen
Links Jobware: https://www.jobware.de Würth Elektronik: https://www.we-online.com Jobware auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/company/jobware-gmbh/posts/?feedView=all Andreas Gegenfurtner auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/andreas-gegenfurtner/ Anna Steinhagen auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/anna-steinhagen-342547197/
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Wir freuen uns auf deine Story, deine Fragen und Themenvorschläge für kommende Folgen.
Credits Host: Anna Steinhagen (Jobware) Gast: Andreas Gegenfurtner (Würth Elektronik) Produktion: Jobware GmbH
Transkript anzeigen
00:00:00: Unsere Bewerbungsgespräche dauern außergewöhnlich lange. Also, aus meiner Erfahrung zu anderen Unternehmen.
00:00:05: In anderen Unternehmen, erstes Bewerbungsgespräch eine Stunde oder dreiviertel Stunde. Bei uns dauert ein Bewerbungsgespräch zwei Stunden.
00:00:24: Hallo und herzlich willkommen. Heute schauen wir gemeinsam in die Zauberkugel und fragen uns, wie wird in Zukunft rekrutiert?
00:00:30: Mein Gast ist Andreas Gegenfurtner von Würth Elektronik.
00:00:34: Er arbeitet in den Bereichen Talent Acquisition und Personalmarketing – schön dass du da bist!
00:00:39: Hallo, freut mich!
00:00:40: Andreas, du kommst ursprünglich aus der Gastronomie, hast Teams geführt und dich dann bewusst für die Welt des Recrutings entschieden, weil dich so ein bisschen die Schnittstelle aus Menschen, Kommunikation und Strategie fasziniert hat.
00:00:54: Und für dich gilt Candidate first. Und Recruiting ist Beziehungsgestaltung.
00:01:01: Gemeinsam wollen wir heute mal schauen, wie sieht diese Beziehungsgestaltung im Recruiting in Zukunft aus?
00:01:06: Welche Trends sind realistisch, welche überhyped?
00:01:09: Wie stellt man sich heute bei einem technologien- und innovationsgetriebenen Unternehmen für morgen auf?
00:01:15: Aber bevor wir in die Zukunft schauen, werfen wir erst mal einen Blick in die Vergangenheit.
00:01:19: Erzähl mir doch mal, was du wolltest, als du klein warst.
00:01:23: Ich selber, als ich klein war.
00:01:26: Also, wenn du auf meine Ausbildung zum Koch anspielst, das war tatsächlich nicht meine Entscheidung, sondern es war eine Empfehlung, ein Wunsch von meinem Vater damals, dass ich was Handwerkliches, was Handfestes lerne, damit ich mir später auch gut helfen kann. Und er hat mich für Schreiner oder Zimmerer... Ja, ich bin Linkshänder und nicht geeignet gesehen.
00:01:52: Ja,
00:01:53: genau.
00:01:54: Richtig!
00:01:55: Und privat koche ich tatsächlich auch gern selbst.
00:01:58: Und da dachte er, das ist vielleicht dann auch der richtige Ausbildungsberuf für mich.
00:02:03: Habe ich auch durchgezogen, mich dann schon zum Ende der Ausbildung hin entschieden, das nicht mehr weiter zu verfolgen, sondern in eine andere Richtung zu gehen.
00:02:14: Aber als Kinderwunsch oder Kindheitstraum hatte ich ganz was anderes.
00:02:19: Da wollte ich Archäologe werden.
00:02:21: Nein, da bist du auch ganz nah dran heute.
00:02:23: Ja genau.
00:02:25: Wie viel ist denn von diesem Kindheitswunsch heute noch übrig?
00:02:28: Was kannst du davon in deinen heutigen Job übertragen?
00:02:31: Das ist schwierig.
00:02:32: Im Job übertragen eher weniger, würde ich sagen, vielleicht so Allgemeinwissen, das ja. Für Smalltalk-Konversationen.
00:02:42: Mich interessiert Geschichte schon sehr stark, vor allem dann auch die Zusammenhänge, wie was passiert und warum was passiert.
00:02:51: Und das würde ich sage, das kann man vielleicht so in den beruflichen Alltag dann schon mit reinnehmen.
00:02:57: Du hast es gerade selbst angesprochen.
00:02:59: Du warst mal Koch, du hast eine Ausbildung zum Koch gemacht und das auch in einem Sterne-Restaurant.
00:03:03: Ich kann ich mir vorstellen, dass du viele Freunde hast, die gerne zu Besuch kommen zu dir. Und heute rekrutierst du Fachkräfte.
00:03:12: Wie kam's zu dieser Reise?
00:03:13: Du hast schon während der Ausbildung festgestellt, mmh okay, es war richtig und wichtig, die zu haben und abzuschließen. Aber es gab ja irgendwann den Moment,
00:03:21: ah, das ist noch nicht das Richtige.
00:03:23: Erzähl mal ein bisschen von deiner Reise.
00:03:25: Ja, ich habe dann nach Koch noch eine zweite Ausbildung gemacht.
00:03:29: Eine kaufmännische Ausbildung, war dann auch in der Bundeswehr verpflichtet. Und nach der Bundeswehr bin ich zu Hennes & Mauritz und da fing so langsam die Reise ins HR an.
00:03:45: Und auch mein Interesse für das Recruiting. Hab mich dann mit 30 entschlossen, dass ich noch den Personalfachkaufmann mache.
00:03:54: Das war so der Wendepunkt und nach dem Personalfachkaufmann bin ich dann so richtig ins HR eingestiegen und mein Steckenpferd war dann schon immer Recruiting.
00:04:07: Anfangs im HR war ich immer in oder meistens in generalistischen Positionen als Personalreferent.
00:04:15: Und da von den Tätigkeiten her so das ganze Spektrum von HR, von der Einstellung, also Recruiting, aber dann auch die personelle Betreuung, Vertragserstellung
00:04:27: etc., etc.
00:04:28: bis aber hin auch zum Austritt, Zeugnisse zu schreiben.
00:04:33: Also die ganze Journey?
00:04:34: Die ganze Journey, genau.
00:04:35: Und das machst du jetzt schon wie lange?
00:04:37: Tatsächlich schon 20 Jahre.
00:04:39: Okay, in der Zeit hat sich viel getan.
00:04:43: Was hat sich in der Zeit entwickelt und was war aus deiner Sicht auch wirklich großer Quatsch, wo du heute ganz doll glücklich bist,
00:04:50: ach Gott sei Dank machen wir das so nicht mehr!
00:04:53: Ob man das als Quatsch bezeichnen kann, weiß ich jetzt nicht.
00:04:58: Aber ich kenn noch die Zeit, wo man klassisch über Zeitungsanzeigen Personal gesucht hat und das hat sich ja schnell
00:05:05: dann Anfang der 2000er, 2010er hat sich das ja immer mehr Richtung Online-Stellen hin entwickelt.
00:05:13: Sehr stark hinentwickelt und die Relevanz von Zeitungsanzeigen, von Printanzeigungen wurde immer weniger, immer weniger.
00:05:20: Das ist ja unser großes Glück.
00:05:22: Ja!
00:05:23: Und ich hab viele Sachen ausprobiert damals auch,
00:05:27: ich glaube es, ich möchte es behaupten,
00:05:29: ich war in Bayern oder Niederbayern einer der Ersten, der auch mit Plakatanzeigen gearbeitet hat, mit Plakatierung oder mit Flyerwerbung.
00:05:40: Man musste ja dann immer kreativer werden mit dem, wie man Mitarbeiter bekommt, weil es hat sich ja dieser Fachkräftemangel in Anführung immer mehr verstärkt vor allem in den Branchen, wo ich damals unterwegs war, in der Baubranche und dann auch in der Metallindustrie,
00:05:59: wo man immer schwieriger Auszubildende, aber auch Fachkräfte bekommen hat.
00:06:03: Da musste man kreativer werden, um die Zielgruppe dort anzusprechen, wo sie unterwegs ist.
00:06:09: Von Anzeigen auf Papiertüten beim Bäcker oder auf Kaffeebecher
00:06:14: etc.,
00:06:15: etc.
00:06:16: Ich weiß nicht... Kaffeebecher würde ich sagen, das war vielleicht ein Quatsch.
00:06:20: Aber ist es heute nicht auch noch so, dass man sich immer wieder neu erfinden muss, um in der Masse aufzufallen?
00:06:27: Also das ist ja auch ein Trend, der setzt sich ja schon jetzt eine ganze Weile fort.
00:06:33: Wie kreativ bist du heute noch?
00:06:36: Ich würde sagen, dass ich jetzt hier noch kreativer sein kann.
00:06:41: Weil ein Unternehmen natürlich auch immer offen sein muss mit dem, was man macht und wie man was macht.
00:06:50: Und wie passt es dann auch zum Unternehmen.
00:06:53: Und bei uns bei der Würth Elektronik gehört schon dazu, Neues auszuprobieren, auch mal neue Wege zu gehen.
00:07:01: Magst du mal so ein, zwei Beispiele mit uns teilen?
00:07:05: Ich weiß nicht, ob das schon so spruchreif ist.
00:07:07: Ich bin ja jetzt auch noch nicht so lange bei der Würth Elektronik mit dabei, ich bin jetzt seit letztem Jahr Juni mit dabei, also seit 2024 im Juni.
00:07:16: Und finde mich so noch, kann man sagen, in meiner Rolle ein im Recruiting & Personalmarketing für den Standort hier München. Und in München sind wir ja eines von vielen Unternehmen und wir forcieren schon so Hochschulmarketing.
00:07:36: Und da habe ich dann für... 2026 habe ich da ein paar Ideen im Kopf, die ich ausprobieren möchte.
00:07:44: Also München ist ja, auch Marxvorstadt, sehr studentisch mit Kneipen und so dass man uns dort in welcher Form auch immer präsentieren, ob es mit Flyern ist oder Postkarten.
00:07:57: Oder dass man auch mal so in die Richtung Guerilla Marketing reingeht.
00:08:01: Also ich möchte, wenn wir auf einer Messe sind, weil ich finde Personalmesse oder Jobmesse immer noch am besten für Unternehmen, sich dort als Arbeitgeber zu präsentieren, weil wir dort beide Messen haben, haben wir den direkten Austausch mit unseren Zielgruppen.
00:08:18: Ich sehe jetzt eine Messe als Projektkampagne, bis die Messe dann auch stattfindet.
00:08:24: Das Ganze zu bewerben und auch zu sagen, wir sind dort, komm auf uns zu, mach am besten einen Termin aus und sprich mit uns dann direkt. Mit Guerilla Marketing, ich hatte schon einige Dinge gesehen, die find ich, sind ganz witzig umzusetzen wie Markierungen bis zu unserem Stand oder halt mit unserem Schriftzug.
00:08:48: Dass man was macht
00:08:48: mit Dampfstrahler, ist das ganz spannend.
00:08:51: Man darf natürlich nicht mit Farbe arbeiten und deswegen müssen wir da vielleicht ein bisschen auch kreativ denken.
00:08:56: Das ist da wichtig.
00:08:57: Ich finde,
00:08:57: du hast einen spannenden Punkt gerade angesprochen.
00:09:00: Messe finde ich, sollte viel mehr Aufmerksamkeit bekommen, man kriegt
00:09:05: selten ein so ungefiltertes und ehrliches Feedback von Talenten. Wie attraktiv ist man eigentlich auf dem Markt?
00:09:11: Spricht man die richtige Sprache?
00:09:14: Hat man unterschiedliche Werte-Einstellungen.
00:09:16: Das ist ja gerade das, was bei den jungen Talenten heute wichtiger ist als vielleicht ein hohes Gehalt oder die Homeoffice-Option, sondern man möchte sich viel mehr mit dem Unternehmen identifizieren. Und ich glaube, man muss mit den Leuten ins Gespräch kommen.
00:09:30: Genau, also für Unternehmen wird es ja auch immer wichtiger, wie passt der Mitarbeiter oder der Bewerbende zum Unternehmen,
00:09:38: vom kulturellen Umfeld, von der Unternehmenskultur?
00:09:41: Das bestimmt uns auch im Recruiting.
00:09:44: Also, es ist ein Hauptteil.
00:09:46: Und bei unseren Bewerbungsgesprächen...
00:09:49: Unsere Bewerbungsgespräche dauern außergewöhnlich lange, von meiner Erfahrung zu anderen Unternehmen. In anderen Unternehmen...
00:09:56: erstes Bewerbingengespräch eine Stunde oder dreiviertel Stunde.
00:10:00: Bei uns dauert ein Bewerbungsgespräch zwei Stunden... - Wow.
00:10:05: Ach herrje, sagt ihr das vorher schon?
00:10:07: Es wird etwa zwei Stunden dauern. - Ja.
00:10:09: Und wie viele schreckt das im Vorfeld ab?
00:10:11: Eigentlich niemanden. - Echt?
00:10:12: Komischerweise, die zwei Stunden vergehen so schnell, weil die erste Stunde nimmt sehr viel Raum ein für die persönliche Vorstellung: Was macht eine Person aus, wie beschreibt sie sich selber?
00:10:26: Was macht die Person gern?
00:10:28: und deswegen kommt es gar nicht so lange vor.
00:10:32: Und ich habe festgestellt viele der Bewerbende schätzen das auch, dass wir nicht so akribisch den Lebenslauf durchgehen sondern mehr auf die Person eingehen.
00:10:41: Das nimmt einem natürlich auch die Aufregung, ne?
00:10:43: Ja.
00:10:44: Genau.
00:10:44: Also, ihr zeigt ehrliches Interesse an der Person und nicht anhand eines vorgefertigten Fragebogens
00:10:51: so die drei klassischen Fragen stellen wir, weil man sie stellen muss oder da ist der Haken und da gucken wir mal, wie die Person reagiert, sondern ihr wollt echte Menschen kennenlernen.
00:11:01: Genau, genau. Und wieder zurückzukommen auf Messe...
00:11:05: Da ist natürlich die Möglichkeit dass wir auch Interessenten ansprechen, die uns vielleicht noch nicht kennen.
00:11:14: Wichtiger Punkt.
00:11:15: Ja.
00:11:15: Wobei ihr als Würth solltet jetzt nicht das größte Problem haben.
00:11:19: Aber das ist der Punkt. Als Würth.
00:11:20: Wir sind die Würth Elektronik.
00:11:23: Wir gehören zum Konzern Würth, aber die Würth Elektronik selbst kennen die wenigsten.
00:11:29: Jeder hat dann immer, wenn Würth Elektronik gelesen wird,
00:11:33: die Frage: Was stellt ihr her?
00:11:35: Was macht ihr?
00:11:36: Ich wusste gar nicht, dass Würth auch Elektronik macht und die meisten dann denken dann, wir machen Bohrmaschinen oder irgendwelche Handwerks...
00:11:45: Irgendwas mit Elektronik.
00:11:47: Genau, genau!
00:11:48: Aber dass das elektronische Bauteil sind, das wissen die wenigsten.
00:11:52: Und da gilt es Aufklärungsarbeit zu leisten.
00:11:55: Richtig, genau.
00:11:56: Lass uns noch mal ganz kurz zurück in die Küche gehen, weil ich finde, das ist ein sehr spezielles Arbeitsumfeld, das dich von jungen Jahren an geprägt hat. Das, was ich so aus Film- und Fernsehen kenn,
00:12:09: da herrscht ein anderer Ton, da herrscht ein anderes Tempo.
00:12:12: da herrscht ein anderes akkurates Arbeiten.
00:12:17: Welche Eigenschaften oder Prinzipien aus der Küche helfen dir denn heute noch im Recruiting?
00:12:22: Strukturiert arbeiten und Takten.
00:12:27: Von meinen Tätigkeiten ist da wichtig und vorausschauend vor allem auch zu arbeiten.
00:12:33: Aber der Ton ist ein netterer jetzt wahrscheinlich, ne?
00:12:36: Ja.
00:12:37: Auf jeden Fall.
00:12:39: Wir haben uns ja im Vorfeld schon so ein bisschen unterhalten und da hast du mir erzählt, dass du einen ganz großen Wert auf ehrliche Candidate Experience legst.
00:12:46: Und da sind wir auch eigentlich schon beim Thema gewesen gerade.
00:12:50: Was bedeutet denn für dich ehrlich konkret?
00:12:55: Also, in meiner Arbeit verstehe ich das auch so, dass wir auch Auskunft geben, wenn es zu einer Absage kommt.
00:13:03: Wenn wir ein Interview geführt haben mit einem Bewerbenden, dann versuchen wir ihn auch telefonisch zu kontaktieren und ihm auch die Gründe für die Absage ganz klar auch zu benennen.
00:13:17: Wenn wir ihn jetzt telefonisch nicht erreichen, dann kommt die Absage per E-Mail, aber immer mit dem Hinweis "Ruf mich an, wenn du Fragen hast" und dann können wir drüber sprechen.
00:13:26: Wie viele Rückläufer gibt es da?
00:13:28: Also wie groß ist das Interesse wirklich?
00:13:31: Immer mehr!
00:13:33: Das schätze ich tatsächlich.
00:13:34: Also, ich schätze e auch, wenn jemand dann nachfragt, woran es liegt, was er verbessern kann und man dann auch ganz offen darüber sprechen kann, wenn von der anderen Seite des Bewerbenden Verständnis dafür da ist.
00:13:50: Wärst du offen, wenn die Person das Feedback sich zu Herzen nimmt, ein bisschen an sich arbeitet,
00:13:55: und es gibt noch mal die passende Stelle für dieses Talent,
00:13:58: stehst du dem Offen gegenüber?
00:14:00: Ja klar, unbedingt nochmal bewerben.
00:14:03: Ja, klar.
00:14:04: Also einmal raus, heißt nicht direkt für immer? - Ja.
00:14:08: Wenn du heute in die Zauberkugel schaust, wie rekrutieren wir denn so, sagen wir mal, in fünf Jahren?
00:14:14: Welche Aspekte werden sich verändern und welche bleiben?
00:14:17: Also ich denke, es wird noch digitaler werden.
00:14:21: Ich denke, in den nächsten zehn Jahren, Print wird nicht ganz verschwinden.
00:14:28: Ich glaube, dass eher kleinere Betriebe immer noch auf Print setzen werden, aber größere... da werden es dann nur noch Imageanzeigen.
00:14:37: Aber größtenteils wird es komplett verschwinden.
00:14:40: Onlineanzeigen glaube ich, die werden in eine andere Form gehen.
00:14:45: Es wird interaktiver werden.
00:14:48: Gerade mit, wenn man an KI denkt, Chatbots denkt...
00:14:51: Ich glaube, das wird noch mal auch verstärkt werden vor allem dann auch mit Candidate Experience.
00:14:58: Ich könnte mir vorstellen, dass anfangs der Bewerbende auch erst mal mit einer KI spricht oder mit einem Chatbot spricht.
00:15:07: Für die erste Auswahl quasi.
00:15:09: Genau!
00:15:09: Die ersten Auswahl nicht ganz, glaub' ich, aber so... Das erste Kennenlernen und das erste Nachfragen, bis es zum Interview kommt.
00:15:18: Was ich denke, ist auch gerade jetzt mit Hinblick, was wir besprochen haben mit Messe:
00:15:23: Der direkte Austausch, das wird bleiben, wird vielleicht auch noch, wenn man gezielt Fachkräfte möchte, dann nochmal mehr werden, aber so, dass man sich die Interessenten ins Haus holt, dass man mehr Messen oder Art Speeddatings direkt am Standort macht.
00:15:44: Und dann auch das Thema Social Recruiting.
00:15:47: Recruiter werden immer aktiver in Social Media bzw. auch die Unternehmen in Richtung Arbeitgeber, sich da zu präsentieren und nicht nur Hochglanzbilder, sondern auch authentische Bilder.
00:16:01: Und dass sich die Recruiter selbst auf Social Media immer mehr präsentieren und Gesicht zeigen.
00:16:07: Das ist ja schon ein Trend, der sich jetzt seit einer gewissen Zeit zieht.
00:16:12: Da frag ich mich, werden wir dem Ganzen nicht irgendwann überdrüssig?
00:16:16: Weil es ist... Ja, du musst Sichtbarkeit erzeugen und du musst, um Sichtbarkeit zu erzeugen, regelmäßig etwas posten.
00:16:27: Aber wir sind mal ehrlich, vieles dessen, was ich da lese,
00:16:32: bereitet mir manchmal Kopfschmerzen.
00:16:36: Ich glaube, das ist ein super schmaler Grat.
00:16:38: Und ich kann mir vorstellen dass dieser Trend irgendwann auch mal wieder kippt weil es einfach eine viel zu große Masse gibt.
00:16:44: Und wenn wir mal ehrlich sind, die Leute, die ihr sucht, sind sie denn auf diesen Plattformen überhaupt unterwegs, wo man sich als Recruiter vernünftig präsentieren kann?
00:16:53: Ja deswegen muss man sich breit aufstellen.
00:16:55: Ich würde nie nur auf ein Thema setzen, sondern Zielgruppen spezifisch auswählen und dort dann Gesicht zeigen.
00:17:06: Für unseren Bereich, zum Beispiel jetzt, wenn ich einen Elektroingenieur suche, muss ich nicht unbedingt auf LinkedIn posten, was wir für tolle Arbeitgeber sind. Sondern wo es bei uns in die Richtung geht, die sind eher technikinteressiert.
00:17:25: Die interessiert jetzt nicht unsere Rahmenbedingungen. Vielleicht schon später, dann wenn sie sich in dem zweiten Gespräch dann befinden.
00:17:33: Aber im ersten Moment interessiert die, was wir tun,
00:17:36: was wir produizeren,
00:17:37: was wir für Produkte haben und damit köderst du denjenigen ja dann.
00:17:43: Und da sind wir eher auf YouTube unterwegs mit... das möchte ich nicht YouTuber, würde jetzt eher nicht Influencer nennen, sondern YouTuber, die über unsere Produkte sprechen.
00:17:55: Die quasi einen Einblick in den Arbeitsalltag geben.
00:17:58: Genau, genau und ins Produkt Einblick geben, was wir bei der Würth Elektronik auch haben, ein Team, die betreiben University Relationship Management.
00:18:09: Also, wir sind vor Ort an den Hochschulen und unterstützen die Hochschulen mit unseren Produkten.
00:18:15: Ja, ja.
00:18:16: Und schon hast du die Marke, das Produkt im Hinterkopf
00:18:19: eingesetzt bei denen.
00:18:20: Genau und es ist eine Doppelstrategie. Einerseits um später den Entwickler als Kunden zu gewinnen, aber andererseits vielleicht auch als Mitarbeiter auch.
00:18:31: Was sind denn aktuell eure größten Herausforderungen in Recruiting?
00:18:35: Sehr viele Bewerbungen würde ich fast sagen, aber mich wundert es jedes Mal, wenn ich das sage, dass wir viele Beverbungen bekommen, weil es ja vor einem Jahr noch ganz anders war.
00:18:45: Aber gerade so in dem Bereich IT bekommen wir sehr, sehr, sehr viele Bewerbungen, die alle auf einem hohen, guten oder sehr guten Niveau sind. Und das natürlich dann die Herausforderung ist, wie sortiere ich da jetzt aus?
00:19:02: Oder wen lade ich jetzt zum Gespräch ein?
00:19:05: Also muss man wirklich schon auf kleine Details gehen.
00:19:08: Das ist jetzt aktuell die Herausforderung.
00:19:11: Wir haben aktuell jetzt auch weniger ausgeschiebene Stellen, aber trotzdem einen gleichbleibenden hohen Bewerbungseingang.
00:19:21: Und daher bleibt der Arbeitsaufwand, den wir haben, genauso hoch wie noch vor einem Jahr.
00:19:27: Wie ist der Trend bei euch bezüglich Initiativbewerbungen?
00:19:31: Wird auch sehr viel mehr.
00:19:33: Dadurch dass wir aktuell auch weniger Stellen ausgeschrieben haben, kommen jetzt auch sehr viele
00:19:39: Initiativbewerbung.
00:19:41: Ich habe zu initiativ eine gespaltene Meinung.
00:19:46: Ich finde es gut, dass sich Bewerbende trauen, auch initiativ zu schicken.
00:19:52: Ich war vorletzte Woche auf einer Messe und wir haben sehr viele Gespräche geführt, aber wir hatten nicht die passende Stelle.
00:20:00: Und deswegen habe ich dann immer empfohlen, bewirb dich initiativ. Wir haben schon einen Flyer mit QR-Code, damit sich die Interessierten schnell initiativ bewerben können.
00:20:12: Das macht aber natürlich für mich als Recruiter noch mehr Arbeit, weil ich muss mir dann die Bewerbungsunterlagen natürlich nochmal ganz genau anschauen und mit den Stellen, die wir zur Verfügung haben oder die vielleicht dann kommen, zu matchen.
00:20:28: Also fassen wir zusammen.
00:20:30: Größte Herausforderung: viel Arbeit!
00:20:33: Ja genau, kann man so sagen. Ja, dadurch dass die Bewerbungen immer mehr werden, ist natürlich dann ein höherer Aufwand, um die Selektion daraus zu machen.
00:20:46: Ich würde gerne nochmal einen kleinen Schritt zurückgehen.
00:20:48: Du hast darüber gesprochen, dass das Recruiting in der Zukunft digitaler wird, aber auch irgendwie auch menschlicher, nahbarer.
00:20:56: ich denke da mal so bisschen am Menschenbilder Emotionen.
00:20:58: also wir wollen zeigen wer wir sind und wir wollen wissen wen holen wir zu uns.
00:21:03: Wo liegt deiner Meinung nach die richtigen Balance zwischen digitalem und menschlichem?
00:21:09: Gute Frage, sehr gute Frage.
00:21:12: Ich würde fast sagen, da muss man Fingerspitzengefühl haben dazu.
00:21:20: Ich glaube, die Balance ist wirklich fifty-fifty.
00:21:23: Bei uns ist es so, dass wir natürlich sehr viel auf unsere Standorte in Deutschland setzen und nicht so viele überregionale Jobs haben, aus dem Vertrieb Außendienst.
00:21:38: Und dann möchte ich natürlich die Menschen erreichen, die bei mir am Standort sind, wie hier in München oder wie bei den Kollegen im Headquarter in Waldenburg.
00:21:47: Und wenn du regional arbeitest, ist der direkte Kontakt gut auf Messen
00:21:56: etc.,
00:21:56: etc.
00:21:58: Übergreifend finde ich ist es gut wenn man sich als Arbeitgeber überhaupt erstmal auch einen Namen machen möchte.
00:22:07: Zum Beispiel, ich selber bin auf die Würth Elektronik aufmerksam geworden über TikTok.
00:22:12: Ach verrückt!
00:22:13: Also klar, mir war Würth bekannt, aber die Würth Elektronik nicht. Und ich bin oder war schon immer auf Social Media sehr aktiv, habe auch TikTok als User.
00:22:24: Und irgendwann in meinem Feed...
00:22:26: Ich finde es niedlich, dass du es so betonst.
00:22:30: Das ist ein sehr großer Unterschied.
00:22:31: Also ich bin jetzt nicht der, der vor der Kamera ist, sondern eher dahinter.
00:22:35: Auch bei TikTok dann auch eher der User, weil ich sage deswegen User, weil meine Schwester ist
00:22:43: auch auf Social Media sehr aktiv, aber die ist Influencerin. Also die ist da sehr aktiv, hat auf Instagram 50.000 Follower und auf TikTok glaube ich auch mittlerweile so 50.000 Follower.
00:22:58: Also die ist da wirklich sehr... bewundere ich, weil es sehr viel Arbeit. Jedenfalls irgendwann war dann die Würth Elektronik bei mir im Feed.
00:23:07: Ich fand das sehr spannend und sehr lustig, habe mich weiter informiert auf LinkedIn über die Würth Elektronik und bin so auf die Stelle aufmerksam geworden, dass ich mich darauf beworben habe.
00:23:20: Ich habe es bewundert, weil ich in meinem vorherigen Unternehmen war zu Social Media eher Vorbehalte.
00:23:30: War man eher zurückhaltend.
00:23:32: Erst mal andere machen lassen.
00:23:33: Genau, da war es schon ein großer Schritt, dass man auf Facebook ist.
00:23:36: Das war vor zwei Jahren.
00:23:38: Ich wollte gerade sagen, das ja mindestens zehn Jahre her sein-
00:23:40: Nee,
00:23:40: das war vor zwei Jahren.
00:23:41: Gerade dieses Offene, das hat mich wirklich beeindruckt und daraufhin habe ich mich dann beworben.
00:23:51: Ja, Social Recruiting, da haben wir's wieder, ne?
00:23:54: Genau.
00:23:55: Und das meine ich damit, dass sich ein Unternehmen da einen Namen machen muss.
00:23:59: Wir sind Würth Elektronik...
00:24:02: Ich würde mal behaupten, ziemlich gut und ziemlich stark auch auf TikTok mit über 20.000 Followern.
00:24:08: Klar gibt es Unternehmen, die wesentlich mehr haben, aber so für unsere Größe und was wir machen, ist das schon sehr respektabel.
00:24:16: Du hast vorhin KI angesprochen. Und so menschlich und digital wie alles immer sein mag, gibt es ja auch ein paar Zahlen, Daten, Fakten, an denen ihr euch einfach orientieren müsst.
00:24:27: Weil nur die Daten vernünftige Möglichkeiten liefern, auch auszuwerten.
00:24:32: Was meinst du denn:
00:24:33: Welche Rolle wird KI in dieser Datenauswertung in Zukunft spielen?
00:24:38: Wird das eine Ergänzung?
00:24:41: Ist es ein Ersetzen?
00:24:43: Unterstützung!
00:24:44: Unterstützung, Ersetzen nie.
00:24:48: Weil ich finde, auch im Recruiting Zahlen und Daten, ja, wir werten die aus.
00:24:56: Aber wir diskutieren auch schon länger und ich hatte vor kurzem auch auf LinkedIn dazu eine längere Diskussion mit Kollegen, was wertet man aus?
00:25:07: Welches Ziel verfolgt man damit? Jetzt aktuell bei uns...
00:25:11: Wir werten aus, wie viel Bewerbungen über welche Kanäle reinkommen. Aber sonst sind wir uns da auch noch nicht so klar, was wir als Ziel möchten und was wir dann für Daten dafür tatsächlich nutzen.
00:25:28: Weil Schnelligkeit, ja, ist mir wichtig, aber nicht diese Time-to-hire.
00:25:35: Das finde ich, ist ein falscher Weg oder eine Richtung, sondern es muss mehr dann in die Qualität gehen. Und da ist halt dann die Frage und da kann, glaube ich, KI unterstützen.
00:25:50: Wie wertet man die Qualität eines Hiring aus?
00:25:54: Glaubst du, dass du in zehn Jahren über diese Aussage vielleicht lachst, weil KI heute ja schon immer den Stand von
00:26:01: heute
00:26:02: morgen hat?
00:26:03: Ja!
00:26:04: Bestimmt, ganz bestimmt.
00:26:06: Ich glaube, vor zwei, drei Jahren hätte sich niemand vorstellen können, was man mit Chat GPT jetzt alles macht.
00:26:13: Ja und da gibt es ja noch drölfzehn andere Tools, die auch darauf achten, dass die BIAs stimmen
00:26:20: und hast du nicht gesehen...
00:26:23: Ja.
00:26:24: Was meinst Du denn?
00:26:25: Wird in Zukunft so ein Bewerbungsprozess überhaupt noch klassisch ablaufen?
00:26:29: Oder mal laut rumgesponnen, bewerben sich Unternehmen bald wirklich bei Talenten?
00:26:34: Im Prinzip das, was du jetzt schon auf dem Messen machst,
00:26:36: dann auch in der digitalen Welt.
00:26:39: Ich finde, aktuell läuft es ja auch schon so ab. Vom Personal Marketing, wir überlegen ja immer, wo ist unsere Zielgruppe und wo erreichen wir sie am besten? Es war vor, ich würde schon sagen vor fünf, sechs Jahren so ein Trend mit Active Sourcing, dass man Kandidaten oder Bewerbende... Kandidaten hier sind dann keine Bewerbenden, direkt anspricht, auf XING oder auf LinkedIn.
00:27:04: Ich glaub, das schläft langsam wieder ein.
00:27:08: Aufgrund dessen, dass man jetzt mehr Bewerbendezahlen hat.
00:27:11: Aber ob es der KI ist, den klassischen Bewerbungsablauf ablöst, glaub ich nicht.
00:27:20: Das wird schon verschlankt werden alles, das ja.
00:27:25: Aber was ich festgestellt habe, es gibt so viele unterschiedliche Bewerbungsprozesse.
00:27:30: Ich hab jetzt doch schon das eine oder andere Unternehmen gesehen und kann da wirklich behaupten, ich jetzt schon vier, fünf Bewerbungsprozesse gesehen.
00:27:41: KI wird es vereinfachen und verschlanken, aber komplett verändern, glaube ich nicht.
00:27:48: Und am Ende müssen ja immer noch Menschen zusammenarbeiten und da haben wir wieder das Schlagwort
00:27:52: genau!
00:27:53: Es muss auch menschlich passen. Wer sind wir?
00:27:56: Wen suchen wir, wen wollen wir?
00:27:58: Wer passt zu uns?
00:27:59: Und ich glaube, dass ein persönliches Gespräch hier niemals ersetzt werden kann.
00:28:04: Und selbst wenn es zwischen dir
00:28:05: und
00:28:06: einer Kandidatin oder einem Kandidaten wunderbar passt auf menschlicher Ebene, muss es ja auch immer noch später mit der Führungskraft passen. - Genau.
00:28:16: Hast du Angst dass sich dein Job in Zukunft stark verändern wird?
00:28:20: Es ist heute, finde ich, ganz oft so leicht
00:28:22: daher gesagt: Ersetzen wir durch KI, das kann KI alles.
00:28:25: Hast
00:28:26: du Zukunftsängste?
00:28:27: Das frage ich jetzt wirklich mal so auf sehr persönlicher Ebene, weil bei mir geht es grad langsam los.
00:28:32: Wahnsinn was KI in der letzten Zeit alles geschafft hat, dafür habe ich doch studiert und jahrelang gearbeitet.
00:28:41: Ja, aber wenn man dann sieht, was dann doch wieder für Antworten von der KI kommen dann, nee dann mach ich mir da keine Sorgen.
00:28:48: Ich sehe das wirklich als unterstützend und auch langfristig unterstützend.
00:28:52: Klar, man sagt, dass sich der Jobmarkt deswegen in den letzten Monaten so verschärft hat wegen KI.
00:29:00: aber da bin ich jetzt nicht der Meinung davon.
00:29:02: Das ist allgemein die wirtschaftliche Situation, die den Arbeitsmarkt jetzt verändert. Aber nicht unbedingt die Einführung von KI.
00:29:11: Man sagt ja, es sind sehr viele Junior-Positionen weggefallen aufgrund von KI.
00:29:16: Aber kann ich jetzt nicht so aus meinem Arbeitsalltag bestätigen, sondern das ist eher die wirtschaftliche Situation und jetzt nicht weil ein Unternehmen KI eingeführt hat.
00:29:27: Es wird sich eher verändern, es wird vielleicht noch neue Berufe, neue Tätigkeiten geben.
00:29:32: Also, ich finde ich schon, dass es wichtig ist, dass man weiß, wie man damit umgeht und dass ein Unternehmen oder Arbeitgeber Mitarbeitende auch unterstützt.
00:29:43: Und ausgebildet mit dem Umgang mit KI.
00:29:45: Aber dass mein Job jetzt überflüssig wird dadurch, das denke ich nicht.
00:29:51: Verrückt, weil
00:29:51: das ist auch mein Gedankengang.
00:29:53: Ich setz mich damit stark auseinander.
00:29:55: Ich finde aber tatsächlich... Es ist für mich immer ein guter Gegenpart, um einmal ein Feedback zu bekommen, bevor ich mir ein richtiges Feedback einhole.
00:30:04: Quasi der erste Schulterblick!
00:30:06: Ich liebe es mittlerweile einfach, ins Handy zu quatschen und meine Gedanken nicht in sauberen Sätzen zu formulieren sondern einfach loszureden und zu sagen "Jetzt such den roten Faden und fass es mir zusammen".
00:30:17: Man kann auch Riesenchancen darin sehen.
00:30:20: Ja. - Und
00:30:21: man darf sich, glaub ich, nicht einschüchtern lassen, sondern ich glaube, dass das Expertenwissen noch spezifischer wird.
00:30:27: Ja, ja, genau. Das sehe ich.
00:30:30: Man muss mit neuer Technik offen sein und am Ball bleiben.
00:30:36: Das sehe ich genauso bei Social Media.
00:30:39: Ich habe ja schon verschiedenste Plattformen gesehen und kennengelernt.
00:30:44: Ich kenne noch Myspace oder Lokalisten, StudiVZ etc.
00:30:50: Und ich war da schon immer begeistert davon und involviert in das Ganze. Was ich meine, man muss da einfach dranbleiben und sich nicht verstecken oder Angst haben davor, sondern sich damit beschäftigen.
00:31:03: So, jetzt sind wir beide in einem Alter, wo wir noch lernfähig sind und uns auch mit sowas beschäftigen.
00:31:09: Jetzt lass uns doch mal auf die Generation gucken, die so um die 60 ist. Die eh darauf hofft, dass der aktuelle Job hoffentlich bis zur Rente der letzte ist, weil es ja gerade für die älteren Generationen super schwer ist, noch hinten raus, was Wertschätzendes, Wertstiftendes zu finden.
00:31:28: Denen kannst du nicht so einfach sagen: "Na, geh mal mit der Zeit."
00:31:30: Wenn ich da auch an meinen Großvater denke... Für den war es ja schon ein Riesenthema vor zig Jahren, sich mit dem Handy auseinanderzusetzen, vom klassischen PC auf einen Laptop überzugehen.
00:31:44: Du merkst wo meine Gedanken hingehen.
00:31:45: Also, sorgt das nicht nur dafür, dass wir noch eine größere Schere haben?
00:31:50: Weiß ich nicht, weil ich denke, das kommt immer auch auf die Person drauf an. Mein Vater ist jetzt noch nicht so alt, Mitte 70.
00:31:59: Und trotzdem ist er so weit weg von Technik, hat noch nicht mal ein Handy oder mit einem neuen iPhone kann er gar nicht umgehen oder Computer, PC. Im Gegensatz dann die Oma von einem Freund, die 90 Jahre alt ist, aber dann noch auf Instagram unterwegs ist und Sprachen lernt.
00:32:24: Daher sage ich, es kommt immer auf die Person drauf an und wie die interessiert ist an einer neuer Technik oder auch allgemein am Leben noch mit dabei ist.
00:32:34: Und deswegen, doch, denke ich schon, dass man mit der Zeit gehen muss.
00:32:39: Ich
00:32:39: möchte jetzt noch eine abschließende Frage stellen.
00:32:42: Was ist denn dein persönliches Hire & Higher?
00:32:45: Also dein persönlicher Hebel, um Menschen oder Organisationen wachsen zu lassen?
00:32:51: Ist es das strukturierte Abarbeiten aus der Küche, was du aus dem FF kannst.
00:32:57: Was ist das?
00:32:59: Ich kann es in dem Sinne sagen, weil es mir schon öfters gespiegelt worden ist oder als Feedback auch zurückgegeben worden ist, dass ich in den Gesprächen oder in den Bewerbungsgesprächen immer sehr auf die Menschen eingehe und offen und sehr freundlich bin.
00:33:16: Also mir widerstrebt es, einem Bewerbenden irgendwelche Stressfragen zu stellen oder auflaufen zu lassen mit Fragen, oder auf Lücken oder Fehler im Lebenslauf darauf hinzuweisen.
00:33:30: Sondern ich möchte einfach das offene, freundliche Gespräch und in dem Gespräch lerne ich den oder die Bewerbende sehr gut kennen.
00:33:41: Und schaffe es dann auch im Nachgespräch mit dem Hiring Manager, da eine gute Analyse zu geben.
00:33:50: Also ist es im Prinzip das ehrliche Interesse an den Personen, bei einem guten Wohlfühl...
00:33:56: Und empathisch auf die Person einzugehen.
00:34:00: Super inspirierendes Gespräch und schöne Sichtweisen.
00:34:05: Vielen vielen lieben Dank Andreas.
00:34:07: Ich danke dir!
00:34:08: Ja, wir haben gemeinsam in die Zauberkugel geschaut und Andreas hat uns gezeigt wie Recruiting in Zukunft aussehen kann.
00:34:15: Strategisch gedacht, menschlich gestaltet und doch irgendwie mit ganz klarer Ausrichtung auf die Candidate Experience.
00:34:22: Liebe Hörerinnen und Hörer, ich hoffe, ihr nehmt aus dieser Folge neue Impulse mit - ob ihr selbst im Recruiting arbeitet oder als Führungskraft bzw.
00:34:31: Teil eines HR-Teams,
00:34:33: wenn euch die Folge gefallen hat, teilt sie sie gerne, abonniert unseren Podcast und gebt uns eine Bewertung. Denn so erreichen wir noch mehr Menschen, die Recruitting nicht nur als Prozess, sondern als Beziehung verstehen wollen.
00:34:45: Wir hören uns
00:34:46: beim nächsten Mal.
00:34:53: Uns ist wichtig, dass sich alle angesprochen fühlen.
00:34:56: Egal welches Geschlecht welche Identität oder Ausdrucksform.
00:34:59: Im Eifer des Gesprächs passiert es manchmal, dass wir nicht konsequent gendern oder unterschiedliche Formen nutzen.
00:35:05: Unsere Gäste sollen selbst entscheiden, wie sie sprechen möchten und wir geben niemanden etwas vor.
00:35:09: Aber die Grundidee dieses Podcastes ist klar!
00:35:12: Wir werden immer meinen immer alle Menschen und niemand soll sich ausgeschlossen fühlen.
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